"Schon in der Schulzeit war meine Begeisterung für Autos groß. In meiner Freizeit versuchte ich mich ganz klassisch als Autoschrauber. Nach dem Abi wollte ich dann gerne mit einer Ausbildung zum KFZ-Mechaniker mein Hobby zum Beruf machen. In Absprache mit meinen Eltern entschied ich mich jedoch für ein Elektrotechnikstudium. Ich hatte gehofft, das würde stark in Richtung Elektromobilität gehen – das war leider nicht so. Also schaute ich mich noch einmal neu um und entdeckte an der Hochschule Bochum den Studiengang Mechatronik. In diesem Studiengang hatte ich von Anfang des Bachelors bis jetzt im Master die Möglichkeit, meinen Schwerpunkt auf die E-Mobilität zu legen."
„Die ersten Autos mit E-Antrieb gab es in den 80er Jahren. Heute sind wir so ein großes Stück weiter, das ist Wahnsinn. “
"Sich mit Ehrgeiz durch die Themen der Elektromobilität zu kämpfen, die mich nicht so sehr begeistern wie andere. Das ist bei mir die klassische Mechanik. Die gehört, wie viele andere Themen, einfach dazu. Auch wenn man es nicht wahrhaben will: Die Themen kommen immer wieder, ob im Studium oder spätestens im Beruf. Als Ingenieur*in weiß man mit Sicherheit zu schätzen, dass Aufgeben im Studium keine Option ist."
"Gegen Ende des Bachelor Studiums habe ich gemerkt, dass ich ein Themengebiet besonders spannend finde: alles rund um die Batterie des Fahrzeugs, von der Batterietechnik bis zum Batteriemanagement. Es gab einen entscheidenden Schlüsselmoment: Als wir in einer Aufgabe die Bleibatterie mit der Lithium-Ionen-Batterie im Hinblick auf die Leistung und die Reichweite vergleichen sollten. Da ist mir bewusst geworden, wie groß das Potenzial der neuen Fahrzeugbatterien ist. Seitdem bin ich erst recht Feuer und Flamme für das Thema. Man muss sich das mal vorstellen: Die ersten Autos mit E-Antrieb gab es bereits in den 80er Jahren, damals eben noch mit Bleiakku. Heute sind wir so ein großes Stück weiter, das ist Wahnsinn."
"Der Name des Projekts D-SEe bedeutet „Durchgängiges Schnellladekonzept für die Elektrofahrzeuge“. Über die Dauer dieses Forschungsprojekts haben wir zusammen mit verschiedenen Partnerunternehmen ein neues Batteriesystem und eine eigene Ladeinfrastruktur entwickelt, die es möglich machen, innerhalb von 20 Minuten eine Batterie so aufzuladen, dass sie eine Reichweite von 400 Kilometern erreichen kann. Dafür nutzen wir ein Ladesystem, das eine Ladeleistung von 430KW erlaubt. Zum Vergleich: Die üblichen bisher bekannten Ladesäulen laufen mit 50KW. Das neue System gibt es so nirgends außer bei uns. Wir haben einen Prototypen erstellt und rüsten nun das BOmobil, den kleinen Elektrotransporter der Hochschule, um. Das Ergebnis zu sehen, macht einfach Spaß."
"Man darf die Automobilhersteller und -zuliefererfirmen nicht vergessen. Es ist nicht einfach in kurzer Zeit umzurüsten und auf die E-Mobilität umzusteigen. Es muss ein richtiges Konzept her. Durch das Projekt habe ich einen guten Eindruck von den Abläufen bekommen. Es ist vor allem eine Kostenfrage. Stückzahlen spielen in der Produktion immer eine große Rolle. Die Produktion muss laufen, damit sich die Umrüstung lohnt. Eine Schwierigkeit, die sich daraus auch ergibt und die Produktionskette beeinflusst, sind Lieferengpässe, besonders in der Fahrzeugelektronik. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Entwicklung jetzt sehr schnell voranschreiten wird. In den nächsten 10 Jahren wird sich nicht nur viel bei den Fahrzeugen selbst tun, sondern vor allem in der Ladeinfrastruktur. Damit steht und fällt die ganze Sache."